Es sieht so aus, als ob die beiden Künstlerinnen Julia Münz und Annika Unterburg die ultimative Marktlücke in Zeiten von Immobilien- und Finanzkrise gefunden hätten: Das erste Immobilienbüro auf der Veddel, das “Büro Verborgene Stätte”, bietet nämlich fantastische Bauwerke an, die es gar nicht gibt! Die “Maklerinnen” Münz und Unterburg handeln mit Visionen und verkaufen Utopien – “Ideen für Veddel und Spreehafen” heisst ihr Projekt, mit dem sie einen Wettbewerb der Internationalen Bauausstellung Hamburg (IBA) gewonnen haben. Bis September führten die beiden zusammen mit der Entertainerin Karoline Berendsohn unter dem Motto “Visionary Veddel” mit viel Humor zu den reellen Orten ihrer fantastischen Bauten. Veddel wie es noch keiner kennt: In einer unwirtlichen Gegend zwischen Speicherhäusern, gehäuften Containern und Lkw-Verladestationen packen sie mit Installationen entlang des Weges zwei Stunden lang eine architektonische Wundertüte aus – die Vision wird so sichtbar. Und so könnte die Veddel aussehen, wenn das Künstler-Duo mutige Investoren findet: Wohnen in Leuchttürmen am Saalehafen oder in Bürocontainern, die gestapelt zu einem “Getürmten Anwesen” zum exklusiven Mehrgenerationenhaus werden. Kugelförmige Baumhäuser mit vier Meter Durchmesser entwickeln sich zur neuen Trend-Bleibe für Singles. In einem dunklen, heruntergekommenen Fussgängertunnel am Spreehafen kündigt ein Plakat, eingebettet in das S-Bahnnetz, Hamburgs nächstes Prestigeprojekt nach der Elbphilharmonie an: Hamburgs erste U-Boot-Linie soll am 13. Oktober 2015 starten.
Wir finden: unbedingt!
(Quelle: abendblatt.de)
Verfasst von schraegenews